Wir sind albnah

2020 gründen Inga Rubens und Florian Kirchner das Start-up Label albnah, mit der Idee die Wolle des Merino Alblandschafs zu hochwertigen Textilien zu verarbeiten.

Auf der Schwäbischen Alb hat die Textilindustrie eine lange Tradition. Die Arbeit in Textilbetrieben war bereits früh ein wichtiger Nebenerwerb zu den spärlichen Einnahmen aus der Landwirtschaft. Trotz der rauen klimatischen Verhältnisse fanden die extra für die Wollindustrie gezüchteten Alb-Merinoschafe genügend Nahrung auf den weiten Ackerflächen und dienten als genügsame Wolllieferanten. Dies führte dazu, dass Ende des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung der Textilindustrie immer weiter voranschritt und den wichtigsten wirtschaftlichen Zweig der Region darstellte. Heute hat sich das Bild auf der Schwäbischen Alb grundlegend geändert. Globalisierung und Konkurrenzkampf mit Niedriglohnländern verdrängten die Wollproduktion aus der Region. Aktuell sind 30 Prozent der zur Landschaftspflege eingesetzten Schafe auf der Schwäbischen Alb Merino-Landschafe. Die Wolle findet keine Verwendung mehr und wird entsorgt. Gleichzeitig wird Merinowolle aus Australien, Neuseeland, China, Argentinien und Südafrika von der Sport- und Outdoor-Industrie importiert und für ihre isolierenden und feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften seit Jahren euphorisch gefeiert. 88 Prozent der weltweiten Produktion von Merinowolle kommt aus Australien und wird häufig unter fragwürdigen Praktiken hergestellt, die nicht den albnah-Vorstellungen von Tierwohl entsprechen (Mulesing). Diese Punkte brachten uns auf die Idee aus 100% Alb-Merino-Wolle regional produzierte Bekleidung herzustellen und mit einer kleinen und feinen Kollektion zu starten.

Inga Rubens

Florian Kirchner